Geschichte

Geschrieben von am 11. Februar 2009 | Abgelegt unter

historisch

Der barocke Innenraum der Reuererkirche vor der verheerenden Zerstörung im 2. Weltkrieg (Aufnahme von 1913)

Die Klosterkirche St. Joseph und St. Maria Magdalena sowie die südlich anschließenden Klostergebäude liegen in der einstigen Sandervorstadt. Diese Vorstadt wurde im Zuge der ersten Stadterweiterung um 1200 in die Ummauerung Würzburgs eingeschlossen. Reste dieser Mauer befinden sich im heutigen Klostergarten.

Vor der Ansiedlung der Karmeliten befand sich hier spätestens seit 1227 das Kloster der Schwestern zur büßenden H. Magdalena, den sog. Reuerinnen. Im Zuge der Reformation gingen die meisten Häuser dieses Ordens unter. Auch in Würzburg wurde das Kloster um die Mitte des 16. Jahrhunderts aufgegeben. Der volkstümliche Name „Reuererkirche“ ist allerdings bis heute geblieben.

Die leerstehenden Klostergebäude wurden 1627 einigen Mönchen aus Köln des von Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz neu gegründeten Ordens der Unbeschuhten Karmeliten zugewiesen.

Im Gegensatz zu dem Karmelitenkloster des Stammordens in der Karmelitenstraße (jetzt Teil des Rathauses) und allen anderen Ordensgemeinschaften wurden die Würzburger Unbeschuhten Karmeliten („Reuerer“) 1803 nicht säkularisiert. Dadurch wurden die Würzburger Unbeschuhten Karmeliten zum Ausgangspunkt für die Wiederbelebung der bayerischen (heute deutschen) Provinz.

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Die Krypta

Der verheerende Bombenangriff vom 16.03.1945 verschonte auch die Karmelitenkirche nicht. Sämtliche Gewölbe wurden zerstört, die Ausstattung verbrannte bis auf geringe Reste. Der Wiederaufbau der Architektur erfolgte bis 1950.

Etwa 500 Menschen überlebten die Katastrophe in der weiträumigen Krypta unter der Kirche, wo während des Infernos ein Kind zur Welt kam.

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Das schlichte Kirchenschiff vor der Renovierung

In den Jahren bis 1958 erhielt die Kirche eine schlichte, provisiorische Ausstattung sowie Gemäldeleihgaben der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. 1967 wurde ein Volksaltar aufgestellt. Ab 1976 setzten Planungen zu einer umfassenden Neuausstattung ein, mit dem Ziel, die Vielfalt und den Reichtum der verlorenen, barocken Ausstattung mit zeitgenössischen Formen und Mitteln wiederzugewinnen.

Bis 2001 konnten wesentliche Bestandteile dieses Konzepts, dessen maßgeblicher Schöpfer der Bildhauer und Maler Paul Nagel ist, durch das Engagement der Karmeliten umgesetzt werden.

Heute wirken die Würzburger Karmeliten hauptsächlich in der Seelsorge und der theologisch-philosophischen Ausbildung des Ordensnachwuchses.

kunstbrochuerDieser Textauszug, die Archivbilder und Fotografien auf dieser Webseite sind der Broschüre  „Die Karmelitenkirche zu Würzburg“  (Text: Martin Brandl, Bamberg)  entnommen.

Die 31-seitige, reich bebilderte Text-Broschüre aus dem Kunstschätzeverlag kann gegen eine Gebühr von 3,50 € beim Karmelitenkloster bestellt werden.