Die heilige Thérèse hat ihren Rosenkranz wieder

Geschrieben von am 22. Oktober 2017 | Abgelegt unter Aktuelles

Die heilige Thérèse von Lisieux schreibt in ihrer Autobiographie:

„Ganz allein den Rosenkranz zu beten kostet mich mehr Überwindung, als das Anlegen eines Bußinstruments…ich bin mir bewußt, ihn so schlecht zu beten! Ich kann mich noch so sehr bemühen, die Geheimnisse des Rosenkranzes zu betrachten, es gelingt mir nicht, meinen Geist zu sammeln…Lange war ich untröstlich über diesen Mangel an Andacht, der mich verwunderte, denn ich liebe die Mutter Gottes so sehr, daß es mir leicht fallen sollte, zu ihren Ehren Gebete zu sprechen, die ihr wohlgefallen. Jetzt betrübe ich mich weniger, ich denke, die Himmelskönigin wird als meine Mutter meinen guten Willen sehen und sich damit zufrieden geben.“

Was die hl. Thérèse mit diesen Worten beschreibt, drückt die Bronzestatue aus. Die Haltung Thérèses ist angespannt und macht die Überwindung deutlich, die ihr das Beten des Rosenkranzes gekostet hat. Zugleich aber zeigt ihr Gesicht ein sanftes Lächeln. Der Künstler Paul Nagel hat in diesem Abschnitt über den Rosenkranz den „Kleinen Weg“ der Heiligen veranschaulicht gesehen: etwas aus Liebe tun, obwohl man keine Freude daran empfindet. Alles aus Liebe tun, gerade auch das, was man gar nicht tun will, das war die Antwort der kleinen Thérèse auf die Gnade Gottes, die sie einfach so, aus grundloser Liebe, erwählt hat!

Heute gehen viele Menschen oft nur nach dem Lustprinzip vor…etwas mit Liebe tun, obwohl man keine Lust hat und keine Freude dabei empfindet, das ist etwas, was wohl auch heute noch Aktualität besitzt, denn im Alltag und bei der Arbeit kann man nicht alles mit Freude tun, aber man kann immer Liebe hineinlegen, die besonders dann wertvoll ist, wenn man selbst nichts davon hat.

Am Freitag, den 20. Oktober 2017, in den frühen Morgenstunden hat Herr Andreas Jurowski, der Silberschmied der Abtei Münsterschwarzach, den von ihm gefertigten silbernen Rosenkranz an der Statue der hl. Thérèse in ihrer Kapelle wieder angebracht. Der erste in den Händen der Statue hatte jemandem so gut gefallen, dass er schon kurz nach der Aufstellung am 5. Dez. 1990 schon entwendet war. Ohne diesen Rosenkranz versteht man nicht den Ausdruck dieser Bronzestatue, der durch die obige Beschreibung klar wird. Damit er nicht mehr so leicht entfernt werden kann, ist er jetzt gut an der Statue befestigt.

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